
von joelhu
joelhu hat bis jetzt 2 Fail(s) und 2 Kommentar(e) gepostet
| Fail-Rang: Dreikäsehoch |
Kommentar-Rang: Bremser |
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Heute, genau 2 Tage danach, bin ich immer noch der Meinung, dass die Sache, die mir jetzt am vergangenen Samstag passierte, die peinlichste ist, die einem Mann, der die Dreißiger schon seit einiger Zeit überschritten hatte, überhaupt passieren kann. Immerhin geht es um unfreiwillige und höchstpeinliche Blöße, deren lautstarker Verhöhnung, sowie anschließendem Auslachen - alles drei auf einmal, genau in dieser Reihenfolge, und das alles auch noch auf dem CSD in Düsseldorf, einem Ort, wo man sonst gewöhnlich nicht mit der harten Abstrafung eventueller Peinlichkeiten zu rechnen braucht.
Dass ich die folgende Geschichte evtl. etwas ausschmücke, mögt Ihr mir bitte nachsehen. Dies dient im Endeffekt der reinen Selbsttherapie, denn ich glaube nicht, dass ich die nächste Zeit sonst mit jemanden über das Geschehene sprechen würde.
Aber fangen wir mal von vorne an.
Ich verabrede mich an diesem Tag mit meiner Cousine auf dem CSD in Düsseldorf, der sich unten am Rhein zwischen Wiesen und der Uferpromenade erstreckt. Wir haben einen herrlich sonnigen Tag - und heiss ist es. Diese Hitze, aber vor allem auch die Ermahnung meiner Cousine, ich solle mir gefälligst was anständiges zum CSD anziehen, bewegen mich an dem Samstagmorgen dazu, mich ganz in schwarz zu präsentieren, obenrum nur mit einer Lederweste bekleidet, ansonsten mit wadenhohen Stiefeln und einem luftigen, knielangen Kunstlederkilt, behangen mit allerlei Kettchen und Nietengürteln. Ich sehe furchteinflößender aus, als ich wirklich bin.
O.K., manchen LeserInnen geht jetzt die Unter-dem-Kilt-Frage durch den Kopf, ich weiß es! Meine Cousine ist viel diskreter als ihr, sie fragt nicht danach. Zum Glück! Ich glaube, ich hätte sie sonst angelogen. Und ich muß sagen, an diesem Morgen habe ich noch hin und her überlegt, ob ich jetzt "unten ohne" gehen sollte oder lieber nicht. Aber was soll's, wer merkt das schon. Ist ohne außerdem viel angenehmer bei der Hitze und deswegen bin ich schließlich meinem alten Grundsatz treu geblieben: Unter dem Kilt keine Unterhose.
"Wie geil ist das denn?", ist ihr erster Ausruf als wir uns sehen. Ich bin froh, dass ich ihren Geschmack getroffen habe.
Wir schlendern eine ganze Weile entspannt umher, vorbei an den bunten Ständen und lauten Bühnen, zwischen dem farbenfrohen und schrillen Gewimmel fröhlicher Menschen, als sich plötzlich der Hunger meldet.
"Warum gehst Du nicht nach einem schönen Plätzchen suchen, und ich hole uns was zu Essen?"
Ihre Anweisungen machen Sinn, auf Anstehen habe ich jetzt eh' keinen Bock, viel lieber setze ich mich auf ein niedriges Mäuerchen an der Promenade und betrachte mir die zum Teil sehr reizvollen Wesen, die sich hier von ihrer besten Seite zeigen - sexy kann man da bei manchen nur sagen.
Doch jetzt geht pötzlich alles sehr sehr schnell. (ACHTUNG SCHNELLLESER!! HIER GEHT'S EIGENTLICH LOS!)
Eine scharfe Windböe ergreift den ohnehin sehr leichten Stoff des wagemutigen Kleidungsstücks, der deswegen ansonsten ausdrücklich vom Hersteller als Herrenkilt bezeichnet war und eigentlich mehr aus Plastikmaterial, als aus Kunstleder besteht. Kompromisslos rafft ihn der Wind aus meinem Schoß in die Höhe. Ich habe kaum Zeit mich zu erschrecken, denn blitzschnell laufen jetzt alle drei Stadien der höchsten Peinlichkeit vor all den netten Leuten um mich herum ab:
1. Ich bin jetzt untenrum nackt - in aller Öffentlichkeit!
Reaktionsschnell versuche ich den Kilt zu bändigen und meine Blöße wieder zu bedecken. (Der Leser sollte wissen, dass ich eigentlich ein ziemlich schamvoller Mensch bin, jedenfalls gehört FKK bisher nicht zu meinen Leidenschaften...)
2. Ich werde jetzt verhöhnt!
Einer Gruppe junger, uniformierter Mädchen, die anscheinend den benachbarten Stand betreuen sollten, jetzt aber vor mir schon eine ganze Weile plaudernd im Gras sitzen, ist während dieses, kaum mehr als zwei Sekunden andauernden Mißgeschicks anscheinend nichts entgangen. Während ich noch gegen den Wind ankämpfe, sehe ich aus den Augenwinkeln, wie sie plötzlich Ihre aufgerissene Münder halten und sich gegenseitig aufgeregt etwas zunuscheln. Und für die umstehenden Leute, die bisher davon nichts mitbekommen haben, ruft mir plötzlich auch noch eines der Mädchen wiederholt den Satz (oder einzelne Fragmente daraus) zu, der mir nach 2 Tagen immer noch in den Ohren klingt:
"Hey, Du! Wir haben deinen Schniedel gesehen!!"
3. Jetzt werde ich schließlich noch ausgelacht!
Das Gackern und Kichern der Mädchen erreicht rasch das Stadium "Schrilles Auslachen" Alle Leute gucken - Peinlichkeit completed!
Phase zwei und drei wechseln sich jetzt noch einige Zeit ab, alternierend sozusagen, in ihrer Intensität aber eher abschwächend, vielleicht auch deswegen, weil ich immer noch so tue, als hätte ich sie nicht bemerkt.
plötzlich tippt mir jemand auf die Schulter:
"Was ist hier denn los??" Meine Cousine ist mit Essen wieder aufgetaucht.
"Nix", sage ich mit aller Überzeugungskraft und fluchtartig zerre ich sie am Arm und möchte nur noch diesen Ort verlassen, wenn auch leicht geduckt und mit hochrotem Kopf.
"Was ist denn? Hier war es doch ganz nett?!?", schüttelt sie verständnislos den Kopf. Ich glaube, sie hat zum Glück bis heute nicht gecheckt, was passiert ist. Ich habe Ihr jedenfalls nix davon erzählt. Da kann man nur sagen: ifail!
P.S. Was meint ihr? Soll ich trotzdem weiterhin meinem Grundsatz treu bleiben?? Ihr wißt schon: Nix mit Unterhose unterm Kilt??
(Wäre übrigens über ein paar tröstende Worte froh...)
naja jedenfalls: ifail
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# 1956 - 06.06.2011 22:48 von joelhu | Verschiedenes |
Fail! (43) -
No Fail! (68)
11 Kommentare
Heute, genau 2 Tage danach, bin ich immer noch der Meinung, dass die Sache, die mir jetzt am vergangenen Samstag passierte, die peinlichste ist, die einem Mann, der die Dreißiger schon seit einiger Zeit überschritten hatte, überhaupt passieren kann. Immerhin geht es um unfreiwillige und höchstpeinliche Blöße, deren lautstarker Verhöhnung, sowie anschließendem Auslachen - alles drei auf einmal, genau in dieser Reihenfolge, und das alles auch noch auf dem CSD in Düsseldorf, einem Ort, wo man sonst gewöhnlich nicht mit der harten Abstrafung eventueller Peinlichkeiten zu rechnen braucht.
Dass ich die folgende Geschichte evtl. etwas ausschmücke, mögt Ihr mir bitte nachsehen. Dies dient im Endeffekt der reinen Selbsttherapie, denn ich glaube nicht, dass ich die nächste Zeit sonst mit jemanden über das Geschehene sprechen würde.
Aber fangen wir mal von vorne an.
Ich verabrede mich an diesem Tag mit meiner Cousine auf dem CSD in Düsseldorf, der sich unten am Rhein zwischen Wiesen und der Uferpromenade erstreckt. Wir haben einen herrlich sonnigen Tag - und heiss ist es. Diese Hitze, aber vor allem auch die Ermahnung meiner Cousine, ich solle mir gefälligst was anständiges zum CSD anziehen, bewegen mich an dem Samstagmorgen dazu, mich ganz in schwarz zu präsentieren, obenrum nur mit einer Lederweste bekleidet, ansonsten mit wadenhohen Stiefeln und einem luftigen, knielangen Kunstlederkilt, behangen mit allerlei Kettchen und Nietengürteln. Ich sehe furchteinflößender aus, als ich wirklich bin.
O.K., manchen LeserInnen geht jetzt die Unter-dem-Kilt-Frage durch den Kopf, ich weiß es! Meine Cousine ist viel diskreter als ihr, sie fragt nicht danach. Zum Glück! Ich glaube, ich hätte sie sonst angelogen. Und ich muß sagen, an diesem Morgen habe ich noch hin und her überlegt, ob ich jetzt "unten ohne" gehen sollte oder lieber nicht. Aber was soll's, wer merkt das schon. Ist ohne außerdem viel angenehmer bei der Hitze und deswegen bin ich schließlich meinem alten Grundsatz treu geblieben: Unter dem Kilt keine Unterhose.
"Wie geil ist das denn?", ist ihr erster Ausruf als wir uns sehen. Ich bin froh, dass ich ihren Geschmack getroffen habe.
Wir schlendern eine ganze Weile entspannt umher, vorbei an den bunten Ständen und lauten Bühnen, zwischen dem farbenfrohen und schrillen Gewimmel fröhlicher Menschen, als sich plötzlich der Hunger meldet.
"Warum gehst Du nicht nach einem schönen Plätzchen suchen, und ich hole uns was zu Essen?"
Ihre Anweisungen machen Sinn, auf Anstehen habe ich jetzt eh' keinen Bock, viel lieber setze ich mich auf ein niedriges Mäuerchen an der Promenade und betrachte mir die zum Teil sehr reizvollen Wesen, die sich hier von ihrer besten Seite zeigen - sexy kann man da bei manchen nur sagen.
Doch jetzt geht pötzlich alles sehr sehr schnell. (ACHTUNG SCHNELLLESER!! HIER GEHT'S EIGENTLICH LOS!)
Eine scharfe Windböe ergreift den ohnehin sehr leichten Stoff des wagemutigen Kleidungsstücks, der deswegen ansonsten ausdrücklich vom Hersteller als Herrenkilt bezeichnet war und eigentlich mehr aus Plastikmaterial, als aus Kunstleder besteht. Kompromisslos rafft ihn der Wind aus meinem Schoß in die Höhe. Ich habe kaum Zeit mich zu erschrecken, denn blitzschnell laufen jetzt alle drei Stadien der höchsten Peinlichkeit vor all den netten Leuten um mich herum ab:
1. Ich bin jetzt untenrum nackt - in aller Öffentlichkeit!
Reaktionsschnell versuche ich den Kilt zu bändigen und meine Blöße wieder zu bedecken. (Der Leser sollte wissen, dass ich eigentlich ein ziemlich schamvoller Mensch bin, jedenfalls gehört FKK bisher nicht zu meinen Leidenschaften...)
2. Ich werde jetzt verhöhnt!
Einer Gruppe junger, uniformierter Mädchen, die anscheinend den benachbarten Stand betreuen sollten, jetzt aber vor mir schon eine ganze Weile plaudernd im Gras sitzen, ist während dieses, kaum mehr als zwei Sekunden andauernden Mißgeschicks anscheinend nichts entgangen. Während ich noch gegen den Wind ankämpfe, sehe ich aus den Augenwinkeln, wie sie plötzlich Ihre aufgerissene Münder halten und sich gegenseitig aufgeregt etwas zunuscheln. Und für die umstehenden Leute, die bisher davon nichts mitbekommen haben, ruft mir plötzlich auch noch eines der Mädchen wiederholt den Satz (oder einzelne Fragmente daraus) zu, der mir nach 2 Tagen immer noch in den Ohren klingt:
"Hey, Du! Wir haben deinen Schniedel gesehen!!"
3. Jetzt werde ich schließlich noch ausgelacht!
Das Gackern und Kichern der Mädchen erreicht rasch das Stadium "Schrilles Auslachen" Alle Leute gucken - Peinlichkeit completed!
Phase zwei und drei wechseln sich jetzt noch einige Zeit ab, alternierend sozusagen, in ihrer Intensität aber eher abschwächend, vielleicht auch deswegen, weil ich immer noch so tue, als hätte ich sie nicht bemerkt.
plötzlich tippt mir jemand auf die Schulter:
"Was ist hier denn los??" Meine Cousine ist mit Essen wieder aufgetaucht.
"Nix", sage ich mit aller Überzeugungskraft und fluchtartig zerre ich sie am Arm und möchte nur noch diesen Ort verlassen, wenn auch leicht geduckt und mit hochrotem Kopf.
"Was ist denn? Hier war es doch ganz nett?!?", schüttelt sie verständnislos den Kopf. Ich glaube, sie hat zum Glück bis heute nicht gecheckt, was passiert ist. Ich habe Ihr jedenfalls nix davon erzählt. Da kann man nur sagen: ifail!
P.S. Was meint ihr? Soll ich trotzdem weiterhin meinem Grundsatz treu bleiben?? Ihr wißt schon: Nix mit Unterhose unterm Kilt??
(Wäre übrigens über ein paar tröstende Worte froh...)
naja jedenfalls: ifail
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# 1955 - 06.06.2011 22:44 von joelhu | Verschiedenes |
Fail! (14) -
No Fail! (28)
8 Kommentare